EMS Training – Training unter Strom

Immer mehr Menschen interessieren sich für Fitness und effektiven Muskelaufbau. Neben den konventionellen Übungen zum Training der Muskulatur wie dem „Bankdrücken“ gibt es neue und innovative Möglichkeiten, um den eigenen Körper trainieren zu können. Das EMS-Training ist hierbei nur eine Möglichkeit von vielen. Der Vorteil dieser Übung liegt allerdings in der Anwendung von Schwellstrom, der es ermöglicht, den Muskel in passender Weise zu stimulieren.

Trainieren mit Strom mag auf den ersten Blick etwas seltsam anmuten, doch bei genauerer Betrachtung kann jeder feststellen, dass das EMS-Training sehr gut geeignet ist für alle Menschen, die fit werden wollen und nicht zu viel Zeit ins Training investieren wollen. Der Grund hierfür liegt darin, dass man beim EMS-Training nur bedingt selbst trainiert und ein Großteil der Ergebnisse von der Anwendung des Stroms begünstigt wird.

Was ist EMS-Training?

Der Muskelaufbau beim EMS-Training entsteht durch eine permanente Kontraktion der Muskulatur. Der Strom regt den Muskel zur Arbeit an, die Satellitenzellen vermehren sich und neue Zellkerne werden ausgeprägt. Das Ergebnis: ein wachsender Muskel. Allerdings ist es so, dass der Strom beim EMS-Training nur dann Wirkung zeigt, wenn du mitarbeitest. Typisch für das Training beim EMS ist die Übung des Haltens. Du begibst dich also in bestimmte Körperpositionen, die du halten musst, während der Strom durch dich hindurchfließt. EMS ist sozusagen eine Verbindung von Mensch und Maschine. Beim Training geht es nicht darum, dass dir eine Maschine die ganze Arbeit abnimmt. Es geht vielmehr darum, dass du so effizient und effektiv wie möglich trainieren kannst – und zwar unter dem Einsatz modernster Technik. Fitness erreichst du nach wie vor durch dein Training! EMS ist hierbei ein Hilfsmittel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie läuft das EMS-Training ab?

Für den Muskelaufbau mit EMS gibt es eine spezifische Vorgehensweise, um die Muskulatur bestmöglich zu fördern und zu schützen. Alles fängt mit einer gründlichen Anamnese durch die Trainer an. Neben der Klärung der Ziele des EMS-Trainings steht auch die Frage nach körperlichen Beschwerden im Zentrum. Wenn alles geklärt ist und ein Trainingsprogramm entwickelt wurde, ziehst du dir einen zweiteiligen hautengen Sportanzug an. In diesen musst du nackt hinein, weil eigene Kleidung den Stromfluss behindern würde. Das Training beginnt, nachdem du sämtliche Gurte und eine Weste angelegt hast. Diese werden meist vorher mit warmen Wasser besprüht, um den Strom bestmöglich leiten zu können. Nach der Verkabelung wird die Stromstärke an jedes Körperteil angepasst, um das Training zu individualisieren. Wenn alles optimal ist, spürst du Vibrationen. Ist beim EMS der Strom zu hoch eingestellt, kann es zu leichten Schmerzen an den betroffenen Stellen kommen. Das Training sollte unterbrochen werden, um eine Anpassung vornehmen zu können.

Während der Strom fließt, musst du Halteübungen praktizieren. Im Schnitt dauern diese jeweils zehn Sekunden. Sie wechseln sich ab mit kurzen Intervallen, in denen du auf einer Stelle läufst. Hier findet die Synthese von EMS-Training mit konventionellem Training statt, denn aus der Fitness dürften die meisten dieser Übungen bekannt sein. Der Stromfluss steigert dann die Anstrengung bzw. Belastung und intensiviert so die Trainingseffekte. Der Muskel wird sich sehr schnell bemerkbar machen.

Was bringt EMS-Training deinem Körper?

Du wirst als erstes merken, dass die scheinbar leichten Übungen nach kurzer Zeit deutlich schwerer werden. Beim EMS steht also die Effizienz im Fokus: Bei möglichst geringem Aufwand den größtmöglichen Nutzen erzielen. Oder anders: Durch das EMS-Training wirst du Muskeln spüren, von denen du bisher gar nicht wusstest, dass du sie hast.

Im Ganzen bietet dir das EMS-Training die folgenden Vorteile:

  • Anhaltende Reduktion von Körperfett und Körpergewicht
  • Erhöhung der Stabilität der Rumpfmuskulatur
  • Erhöhung der Maximalkraft
  • Erhöhung der Stoffwechselaktivität und damit einher: erhöhter Arbeitsumsatz
  • Nachhaltiger Aufbau von fettfreier Masse im Muskel
  • Nachhaltige Zunahme des Kalorien-Grundumsatzes
  • Reduzierung des Körperumfangs bei Frauen, vor allem in den Bereichen Taille, Hüfte und Oberschenkel, bei paralleler Straffung von Brust und Armen
  • Leichter Zuwachs der Gesäßmuskulatur bei Männern
  • Umfangsrückgänge an der Taille bei Männern
  • Stärkere Definierung von Armen, Brust, Rücken und Beinen bei Männern

Wichtige Hinweise für das EMS-Training

Das Wichtigste ist, dass jeder Mensch individuell ist. Beim EMS-Training muss die Grenze des Einzelnen beachtet werden. Gerade Anfänger neigen dazu, sich selbst zu überschätzen. Deshalb ist es wichtig, wenn du auf EMS trainierst, dass du auf deinen Körper hörst und bei Auffälligkeiten sofort den Trainer informierst. Die Regel „viel hilft nicht viel“ sollte um jeden Preis beachtet werden! Es nützt dir überhaupt nichts, wenn du dich überlastest und am Ende eine längere Trainingspause einlegen musst. Wenn der Trainingsreiz ständig zu hoch ist, wirkt das EMS-Training eher kontraproduktiv, denn der Körper wird sich dann seine Regenerationszeit einfordern.

Darüber hinaus solltest du wissen, dass das EMS-Training kein konventionelles Üben ersetzt. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit der Steigerung, aber es kann nicht die bekannten und bewährten Methoden ersetzen. Du musst daran denken, dass Sehnen, Bänder, Knochen und Gelenke nicht in der Weise trainiert werden können, wie es beim klassischen Krafttraining der Fall wäre. Auch die Ausdauer kommt zu kurz. Hier solltest du also ein Gleichgewicht halten und z. B. regelmäßig laufen und zusätzliche Methoden zur Förderung der Koordinationsfähigkeit nutzen.

Da mit Strom gearbeitet wird, ist EMS nicht für jeden geeignet. Schwangere sollten auf das EMS-Training verzichten. Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen oder Herzschrittmachern sollten mit einem Arzt abklären, ob und inwieweit das EMS-Training sinnvoll oder gar schädlich sein könnte. Hier können und dürfen die Trainer keine Aussage treffen. Der erste Ansprechpartner wäre in jedem Fall der Arzt.

Was selbstredend ist: Nutze das EMS-Training nur unter der Aufsicht eines geschulten und professionellen Trainers. Die Stromstärke ist zwar nicht sonderlich hoch, wird aber anhand von Alter, Vorerkrankungen und Trainingszielen individuell eingestellt. Das kannst du nicht alleine. Zu groß wäre die Wahrscheinlichkeit, dass du den Impuls zu stark einstellen würdest. Deshalb wende dich immer an ausgebildetes Personal.

Darüber hinaus solltest du die möglichen Gefahren immer im Blick haben. Auch wenn das EMS-Training sehr sicher ist, bestehen immer Restrisiken.

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) rät von einem übermäßigen EMS-Training ab. Sie kritisiert, dass die Trainingseffekte nicht bewiesen wären und dass falsche Anwendungen zu Nierenschäden und Muskelschäden führen würden. Sie empfehlen die Anleitung qualifizierter Sportmediziner und Physiotherapeuten.

Die Belastungen müssen richtig eingeschätzt werden! Das ist das A und O. Deshalb solltest du auf jeden Fall prüfen, über welche Qualifikationen dein Trainer verfügt. Hierzu ein Beispiel: Es geht um das Mittelmaß. Zu viel Beanspruchung ist schädlich. Zu wenig wiederum, also zu geringer Aufwand, kann dich dazu verleiten, häufiger oder ausgiebiger zu üben, als es empfohlen ist. Wenn das Krafttraining zu intensiv ausgeführt wird, kommt es in deinem Körper zu einer vermehrten Ausschüttung von Creatin-Kinase. Das ist ein Enzym, das deine Muskeln mit Energie versorgt. Die Sporthochschule Köln konnte zeigen, dass es beim EMS-Training bis zu 18-mal mehr zur Ausschüttung kommt als bei konventionellen Beanspruchungen. Das sind also Extremwerte. Diese müssen reguliert werden, denn im schlimmsten Fall könnten die Nieren Schaden erleiden.

Beobachte also deinen Körper. Wenn du nach der Beanspruchung Schmerzen verspürst, Herzrasen oder Schwindelgefühle hast, dann solltest du sowohl mit deinem Trainer sprechen als auch vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass diese Trainingsmethode dazu beiträgt, dass man bequem und ohne Anstrengung in Form kommen kann. Willst du in Form kommen, so musst du dich bewegen – und zwar im Rahmen deiner Möglichkeiten.

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